Stabilität mariner Aufwuchsgemeinschaften unter veränderten Umweltbedingungen im Nordosten Neuseelands.

Wiesmann, Lisa (2006) Stabilität mariner Aufwuchsgemeinschaften unter veränderten Umweltbedingungen im Nordosten Neuseelands. (Diploma thesis), Westfälische Wilhelms-Universtät, Münster, Germany, 48 pp.

[img] Text
Lisa_Wiesmann.pdf - Published Version
Restricted to Registered users only

Download (2339Kb) | Contact

Abstract

Die in Neuseeland durchgeführten Experimente zeigen, dass das Alter einer Aufwuchsgemeinschaft einen Einfluss auf ihre Stabilität gegenüber Umweltveränderungen hat. Die Ergebnisse der anderen teilnehmenden Länder der Südhalbkugel stützen diese These. Zudem bestimmen die Standortbedingungen die Geschwindigkeit, mit der die Gemeinschaften sich den neuen Standorten anpassten.
Die Zusammenhänge zwischen Alter, Standort und Stabilität sind sehr komplex. Greene & Schoener (1982) beschreiben die Vorgänge in Aufwuchsgemeinschaften als ‘fixed lottery’ in der die Gemeinschaft das Produkt der Wahrscheinlichkeiten von Ankunft und Aussterben von Arten ist. Interaktionen
zwischen den Arten können hierbei die Effekte von Umweltschwankungen auf die Zusammensetzung der Gemeinschaft dämpfen (Tilman 1996). Andere Studien dagegen zeigten, dass externe Faktoren (z. B. Störung, Larvenpool) die internen Faktoren, die die Komposition von Gemeinschaften bestimmen, überdecken (Emerson & Zedler 1978). Der Einfluss einzelner Arten auf die Zusammensetzung von Hartbodengemeinschaften ist je nach Zeit, Standort des Experiments und Mikrohabitat
unterschiedlich stark, (Menge et al 1994, Paine 1994).
In dieser Studie konnte kein einzelner allgemeingültiger interner oder externer Faktor identifiziert werden, der die Stabilität von Gemeinschaften beeinflusste. Freies Substrat korrelierte in beiden Experimenten unterschiedlich mit dem Alter der Gemeinschaft und wurde stark von externen Faktoren wie z. B. Fraß beeinflusst. Ebenso beeinflusste der Artenreichtum die Stabilität der Gemeinschaften genauso
häufig positiv wie negativ. Von den gemeinschaftsinternen Faktoren scheinen die ökologischen Eigenschaften der einzelnen Arten am wichtigsten für die Stabilität der Gemeinschaften gewesen zu sein. Diese lassen sich allerdings schwer quantifizieren und in Zahlen ausdrücken. Der Einfluss der Störungen hielt die Gemeinschaften in einem frühen Sukzessionsstadium. Eine hohe Verfügbarkeit
von kompetenten Larven scheint die Stabilität von den Gemeinschaften in frühen Sukzessionsstadien zu verringern.
Die Studie zeigt, dass die Stabilität von Gemeinschaften altersabhängig ist. Weitere Untersuchungen zur Stabilität von Aufwuchsgemeinschaften sind notwendig, um genauere Aussagen darüber treffen zu können, welche Faktoren die Stabilität beeinflussen. Einzelne Faktoren sollten hierbei genau kontrolliert werden. Um sicherzustellen, dass die Sukzessionsstadien deutliche Unterschiede aufweisen,
sollte der Abstand zwischen ihnen einen größeren Zeitraum, abhängig vom System (Sutherland & Karlson 1977), umfassen. Die Beobachtungen sollten mehrere Jahre umfassen, um jahreszeitliche Schwankungen in der Besiedlungsdynamik feststellen zu können. Die internen und externen Faktoren
sollten je für sich manipuliert werden. Um die Wirkung der einzelnen Faktoren untereinander zu betrachten, sind Kombinationsversuche unerlässlich. Um unerwünschte Faktoren auszuschließen müssten die Versuche in abgeschlossenen Mesokosmen durchgeführt werden.

Document Type: Thesis (Diploma thesis)
Thesis Advisors: UNSPECIFIED
Additional Information: Erstgutachter: Prof. Dr. Hermann Mattes, Zweitgutachter: Prof. Dr. Martin Wahl
Keywords: Benthic Ecology; GAME;
Research affiliation: OceanRep > GEOMAR > FB3 Marine Ecology > FB3-EOE-B Experimental Ecology - Benthic Ecology
Refereed: No
Projects: GAME
Date Deposited: 08 Sep 2011 11:46
Last Modified: 06 Jul 2012 14:55
URI: http://oceanrep.geomar.de/id/eprint/12108

Actions (login required)

View Item View Item

Document Downloads

More statistics for this item...