Charakterisierung der submarinen südlichen Grenze der instabilen Flanke des Ätna anhand seismischer und marin-geodätischer Messungen.

Urlaub, Morelia , Gross, Felix, Krastel, Sebastian, Petersen, Florian and Lange, Dietrich (2017) Charakterisierung der submarinen südlichen Grenze der instabilen Flanke des Ätna anhand seismischer und marin-geodätischer Messungen. Open Access [Talk] In: DGG Annual Meeting 2017. , 27.-30.03.2017, Potsdam, Germany .

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Abstract

Satellitengestützte terrestrische Messungen zeigen, dass die Ostflanke von Europas aktivstem Vulkan Richtung Meer rutscht. Die instabile Flanke des Ätna reicht allerdings weit in die Ionische See hinein und umfasst insgesamt ein Gebiet von über 1000 km². Ein Flankenabrutsch könnte einen Tsunami verursachen, der rund um das Mittelmeer auf dicht besiedelte Küsten träfe. Die Instabilität gibt sich auf verschiedenen Zeitskalen zu erkennen, die von konstantem und langsamen Kriechen entlang einzelner Störungen bis hin zu größeren Erdbeben reichen. Zahlreiche kinematische Modelle versuchen die Ursachen der Instabilität zu erklären, jedoch ist bislang kein Konsens möglich. Diese Modelle unterscheiden sich vor allem in der Tiefe der Rutschungsfläche. Dies liegt unter anderem daran, dass die Flankenbewegung unter Wasser völlig unbekannt ist. Während der Poseidon-Fahrt POS496 (24.03.-4.4.2016) wurden neue, hochauflösende 2D seismische Daten aufgezeichnet, anhand derer zunächst die Störung charakterisiert wird, die vermutlich die südliche Grenze der Flankenbewegung darstellt. Die seismischen Daten zeigen rezente Aktivität der dextral transpressiven Störung. Die Störung kann bis weit über den Fuß des Kontinentalhangs hinaus verfolgt werden. Diese Beobachtungen deuten darauf hin, dass die Flankeninstabilität von dieser regionalen Blattverschiebung begrenzt und womöglich initiiert wird. An dieser Störung wurde, ebenfalls während POS496, ein marin-geodätisches Netzwerk installiert. Fünf Transponder am Meeresboden messen akustisch Entfernungsänderungen über die Störung sowie Druck und Tilt über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren. Mithilfe eines akustischen Modems konnten die Daten, die zwischen April und August 2016 aufgezeichnet wurden, ausgelesen werden. Eine erste Analyse der Daten zeigt, dass die Störung im Beobachtungszeitraum nicht aktiv war oder die Deformation unterhalb der Auflösungsgrenze von etwa 1 cm liegt.

Document Type: Conference or Workshop Item (Talk)
Research affiliation: Kiel University
OceanRep > GEOMAR > FB4 Dynamics of the Ocean Floor > FB4-GDY Marine Geodynamics
Projects: MAGOMET
Expeditions/Models/Experiments:
Date Deposited: 07 Jun 2017 13:10
Last Modified: 07 Jun 2017 13:10
URI: http://oceanrep.geomar.de/id/eprint/38195

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